Standa Knotek
Ich arbeite mit Jugendlichen und organisiere Naturerlebnisse für Familien, Kinder- und Wanderlager. In meiner Arbeit geht es vor allem um die Beziehung zwischen Vätern und Söhnen, um echtes Mannsein, um die Erziehung heutiger Jungs und darum, ihre Väter aufzuwecken. Im Rahmen dieser therapeutischen Arbeit betreiben wir mit einer Gruppe von Freunden die Nonprofit-Organisation Goodmani mit dem Entwicklungsprogramm Goodman Road. Ich liebe die Natur und erzähle Geschichten über Waldwesen. Meine Leitsätze: Einen richtigen Mann erzieht wieder nur ein Mann. Ein guter Mann. Und: Schützen wir die Bäume, lernen wir ihnen zuzuhören — und retten damit auch uns selbst.
Ich liebe die Natur und versuche, so viel Zeit wie möglich darin zu verbringen. Lange Spaziergänge durch Prager Parks, Angeln mit Freunden, das Entdecken alter Baumriesen oder Bergtouren mit Familie und Freunden. Draußen unter Bäumen oder auf Gipfeln tanke ich auf. Frei umherstreifen, trampen. Seit Langem beschäftige ich mich mit dem Leben der Bäume, mit Waldgeschichten und magischen Waldwesen. Ich schreibe den Blog „Roninové“, voller Waldgeschichten. Warum Ronin? Weil ich den Kampfkünsten nahestehe, ist mir der Begriff vertraut. Wie einst japanische Krieger ohne Herrn sind in meinen Augen die alten Baumriesen ähnliche Kämpfer. Leider werden die Wälder lichter, und jeder Baum kämpft für sich. Es sind die Ronin unserer Zeit. „Schützen wir sie, lernen wir ihnen zuzuhören, und retten damit auch uns selbst.“ Wenn wir müde und leer sind von der heutigen Welt, flüchten wir in den Wald. Innerhalb einer Stunde geschieht ein Wunder, das man erleben muss. Wald und Bäume heilen uns. Wir werden gesünder, ruhiger, wieder neugierig. Wie Kinder, wie die sagenhaften Druiden. Werden wir Ronin und seien wir frei :)
Auch deine Lebensgeschichten können anderen helfen
Artikel lesenJeden Mann – ob jung oder als Ältester – formen seine Lebensgeschichten. Ob sie positiv sind oder eher schwer. Alles zählt. Das Leben wirft alles in einen Korb, in den Lebensmixer, vermengt es und formt aus diesem Brei weiter unseren Charakter. Und wie man sagt: Manche Geschichten sind unbezahlbar. Sie lassen sich nicht so leicht durchleben. Deshalb sollten wir sie nicht nur für uns behalten – und wenn es geht, durch sie unsere Lebenserfahrung weitergeben.
Regelmäßige Tagesroutinen und Rituale verankern
Artikel lesenJe älter ich werde, desto mehr brauche ich sie. Und was? Kleine tägliche Rituale. Regelmäßige Handlungen, die meinem Tagesrhythmus eine Ordnung geben. Und in der heutigen Zeit der digitalen Prokrastination braucht man sie mehr denn je. Ja, auch wir Fünfziger liegen manchmal einfach so in den sozialen Medien und lassen uns von ihnen verschlingen. Dann kann man eine solche Tagesroutine mit der Laterne suchen.
Wie gehen Sie vor, wenn Sie eine Gute-Nacht-Geschichte für Kinder erfinden?
Artikel lesenSehr oft, wenn ich mit Freundinnen und Freunden darüber spreche, ob sie ihren Kindern Märchen oder Gute-Nacht-Geschichten erzählen, höre ich widersprechende Stimmen. Ja ja. Du hast eben so viel Fantasie, dir fällt so etwas leicht. Ich habe so etwas nie erfunden, dafür habe ich überhaupt keinen Kopf, ich bin zu doof dafür – und so geht es im Kreis.
Was geschieht, wenn das Laub in den Bäumen säuselt?
Artikel lesenIch erinnere mich: Als kleiner Junge, so etwa zehn Jahre alt, hatten wir hinter der Hütte in Südböhmen einen Wald, der Pavlovka hieß. Nach dem Dorf oder dem Ortsteil Pavlov, in dem unsere Hütte stand. Und dieser Wald säuselte.
Die Geschichte vom Waldweiher, oder: Das Wichtelbad mitten im Wald
Artikel lesenJeder von uns, der im Wald Pilze sucht, hat seine besonderen Stellen, an denen bestimmt der eine oder andere Steinpilz wächst. Auch unsere Familie hat so einen Wald im Lausitzer Gebirge, zwischen den Orten Kytlice und Krásné pole. Ein Mischwald, in dem Sie wohl alle Arten von Bäumen und Bewuchs finden.
Das erste Märchen, oder: Wie Míša ihr Zehlein verlor
Artikel lesenDrei Wörter, was ist das? Drei Wörter sind meine Lieblingsdisziplin. Schon seit die Kinder ganz klein waren, habe ich ihnen Märchen erzählt. Meistens hat es mich aber nicht besonders gereizt, Klassiker vorzulesen, und weil ich die Märchen nicht in ulkige oder andere Versionen umschreiben wollte, habe ich angefangen, Märchen für die Kinder zu erfinden. Abends haben wir immer das Nachtlicht ausgemacht, und die Kinder haben Wörter ausgedacht. Immer drei, damit sich daraus schnell ein sinnvolles Märchen oder eine Geschichte bauen ließ.
Die Geschichte vom fröhlichen Heidelbeerwichtel
Artikel lesenIch liebe Heidelbeeren. Ihren süßen Geschmack, der auf der Zunge zergeht, wenn ich die knackige Beere im Mund zerdrücke. Sie auch, nicht wahr? Wer hätte sie nicht gern. Ich glaube, als die Natur diese kleinen blauen Waldfrüchte erschuf, war sie ein wenig weichherzig. Sie erwachte in einen schönen, sonnigen Morgen hinein und sagte sich: „Hmm … heute ist mir so wunderbar zumute, dass ich der Welt etwas Besonderes schenke, etwas Süßes.“ Und so erschuf sie die Heidelbeeren. Einfach husch – und da waren sie.
Erzählen Sie Ihren Söhnen Geschichten, sie brauchen das
Artikel lesen„Papa, erzähl mir eine Geschichte, als du noch jung warst, irgendwas aus dem Leben.“ „Und was möchtest du hören?“ „Egal was.“ Es ist ein großartiges Gefühl, wenn Ihnen Ihr Sohn nebenbei eigentlich mitteilt, dass Sie schon über den Zenit hinaus sind. Das meine ich natürlich mit einem Augenzwinkern. Entscheidend ist, dass er sich für die Geschichten aus Ihrem Leben interessiert.
Zeigen Sie Ihren Söhnen, dass sie Helden sind
Artikel lesenLáďa Mašát, mein Karatetrainer, gab mir einmal einen Zeitschriftenausschnitt. Damals haben wir uns intensiv mit der Bedeutung männlicher Vorbilder in der Erziehung junger Karateka beschäftigt. Uns war nämlich aufgefallen, dass die Kinder zum Karate in der überwiegenden Mehrheit von den Müttern gebracht wurden; wartende Väter haben wir praktisch nicht getroffen. Den Vätern, die mit den Kindern kamen, danke ich im Nachhinein sehr.