Wie Sie dem Chef sagen, dass Sie sich während der Arbeitszeit die Augen schließen müssen: Leitfaden für ein selbstbewusstes Gespräch

Ein Kollege steht vom Schreibtisch auf und sagt: „Ich geh mal rauchen.“ Niemand wundert sich. Ein paar Minuten später ist er zurück und arbeitet weiter. Sie rauchen nicht. Auch Sie spüren, dass Sie kurz abschalten müssen. Nur zwei Minuten Ruhe. Aber was sagen Sie? „Ich geh mir die Augen schließen?“ Genau in diesem Moment bleiben viele lieber am Monitor sitzen – obwohl sie längst wissen, dass ihr Kopf eine Pause braucht.

i Tým autorů Calmory
Produktivität und Nachhaltigkeit
5 Min. Lesezeit 30.07.2026

Raucher haben ihr Ritual. Was haben Nichtraucher?

In vielen Unternehmen ist es ganz selbstverständlich, dass Raucher mehrmals am Tag nach draußen gehen. Es ist ihr Moment zum Durchatmen, ein kurzes Gespräch mit Kolleginnen und Kollegen oder einfach ein paar Minuten weg vom Schreibtisch. Nichtraucher bleiben oft sitzen. Manchmal holen sie Wasser oder Kaffee, ein vergleichbares Ritual haben die meisten aber nicht. Dabei braucht ihr Kopf genauso Erholung. Nur fehlt ihnen der gesellschaftlich eingeübte Grund, kurz wegzugehen.

Das Ergebnis: Statt einer kurzen mentalen Pause sitzen sie weiter am Monitor, lesen dieselbe E-Mail mehrmals hintereinander oder scrollen gedankenlos durchs Handy. Nach außen hin arbeiten sie. In Wirklichkeit ist ihre Aufmerksamkeit längst nicht mehr da, wo sie sein sollte.

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Das Schwierigste ist nicht, die Augen zu schließen. Das Schwierigste ist, das Thema anzusprechen.

Viele Beschäftigte spielen ein solches Gespräch nur im Kopf durch. Sie überlegen, ob es so wirkt, als wollten sie sich vor der Arbeit drücken oder eine Ausnahme erbitten. Dabei vergessen wir oft eines. Der Chef kann keine Gedanken lesen.

Wenn Sie nicht sagen, warum Sie eine kurze Pause brauchen, kann er nicht wissen, dass sie Ihnen hilft, sich besser zu konzentrieren, weniger Fehler zu machen und den anstrengenden Arbeitstag gelassener zu meistern. Viele Führungskräfte wissen heute, dass eine müde Mitarbeiterin oder ein müder Mitarbeiter nicht weniger fleißig ist. Sie brauchen nur einen Moment, um die Aufmerksamkeit zu regenerieren.

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Wie Sie darüber natürlich sprechen

Sie müssen nicht erklären, was Achtsamkeit ist, und niemanden von den Vorteilen der Meditation überzeugen. Sprechen Sie einfach, sachlich und mit Blick darauf, was Ihnen die kurze Pause bringt.

Sie können zum Beispiel sagen:

Freundlich

„Darf ich Sie etwas fragen? Wenn die Kollegen rauchen gehen: Wäre es in Ordnung, wenn ich mich stattdessen zwei Minuten irgendwo hinsetze, die Augen schließe und den Kopf ein bisschen ausruhen lasse? Mir hilft das mehr als Kaffee, und danach arbeite ich viel besser.“

Sachlich

„Die Kollegen gehen rauchen, ich rauche nicht. Würde es Ihnen etwas ausmachen, wenn ich mich stattdessen ab und zu zwei Minuten irgendwo in Ruhe setze und den Kopf ausruhen lasse? Danach kann ich mich viel besser konzentrieren.“

Informell

„Chef, darf ich dich was fragen? Wenn die anderen rauchen gehen, könnte ich mich stattdessen zwei Minuten irgendwo hinsetzen, die Augen schließen und abschalten? Ich brauche keine längere Pause, es hilft mir nur, den Kopf auszuruhen, damit ich mich danach wieder gut konzentrieren kann.“

Ein solcher Satz wirkt nicht wie eine Ausrede. Im Gegenteil: Er zeigt, dass Ihnen die Qualität Ihrer Arbeit wichtig ist. Gleichzeitig ist es gut, deutlich zu machen, dass es nicht um längere Pausen oder um Sonderrechte geht. Zwei Minuten Ruhe können wirksamer sein als noch eine Tasse Kaffee oder ein paar Minuten am Handy.

Über seelisches Wohlbefinden sollte man ebenso selbstverständlich sprechen wie über einen ergonomischen Stuhl

Noch vor wenigen Jahren ging es am Arbeitsplatz vor allem um die Höhe des Monitors, einen guten Stuhl oder die richtige Beleuchtung. Heute wissen wir, dass die psychische Verfassung der Beschäftigten eine ebenso wichtige Rolle spielt. Eine kurze mentale Pause ist kein Zeichen von Faulheit oder geringem Einsatz. Sie ist ein Weg, die Aufmerksamkeit wiederherzustellen, das Risiko unnötiger Fehler zu senken und mit klarem Kopf zur Arbeit zurückzukehren.

Vielleicht sind Sie die erste Person, die dieses Thema in Ihrer Firma anspricht. Und vielleicht merken Sie, dass Ihr Chef nur darauf gewartet hat, dass jemand darüber spricht.

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Fazit

Wir müssen nicht alle rauchen gehen, um uns im Laufe des Tages eine Pause zu gönnen. Jeder Mensch sollte die Möglichkeit haben, kurz langsamer zu werden, durchzuatmen und dem Kopf eine kurze Pause zu schenken. Ein selbstbewusstes Gespräch mit dem Chef ist keine Bitte um eine Ausnahme. Es ist ein offenes Gespräch darüber, wie man langfristig besser, gesünder und mit mehr Konzentration arbeiten kann.

Calmory empfiehlt

Bevor Sie das Thema mit Ihrer Führungskraft ansprechen, machen Sie sich klar, was Ihnen die kurze mentale Pause bringt. Sprechen Sie konkret und sachlich über bessere Konzentration, weniger Fehler oder mehr Wohlbefinden bei der Arbeit. Ein kurzes Innehalten im Tagesverlauf ist kein Zeichen von Schwäche. Es ist ein einfacher Weg, für den Geist ebenso selbstverständlich zu sorgen, wie wir für den Körper sorgen.

Klid se dá naučit.

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