Haben Beschäftigte ein Recht auf einen Moment Ruhe? Psychohygiene und das tschechische Arbeitsgesetzbuch

Darf man sich während der Arbeitszeit zwei Minuten Ruhe gönnen? Das tschechische Arbeitsgesetzbuch kennt den Begriff Meditation nicht, schafft aber dennoch Raum für den Gesundheitsschutz der Beschäftigten. Eine kurze Meditationspause muss weder Zeitverlust noch Verletzung der Arbeitspflichten bedeuten. Im Gegenteil: Sie kann helfen, konzentrierter, sicherer und mit mehr Abstand zu arbeiten.

i Tým autorů Calmory
Produktivität und Nachhaltigkeit
6 Min. Lesezeit 11.06.2026

„Schläfst du hier schon?“

Ein Satz, mit einem Lächeln gesagt. Ein Kollege ist gerade am Schreibtisch vorbeigegangen, an dem jemand für zwei Minuten die Augen geschlossen hatte. Nicht eingeschlafen. Nur eine kurze Pause, in der die Aufmerksamkeit beim Atem war. Trotzdem wirkt eine solche Situation auf viele Menschen merkwürdig. Kaffee während der Arbeitszeit gilt als selbstverständlich, ebenso ein kurzes Gespräch in der Küche oder der Weg zum Wasserglas. Wenn sich aber jemand zwei Minuten Stille gönnt, kann das Irritation auslösen.

Vielleicht liegt es daran, dass wir Erholung vor allem mit dem Körper verbinden. Dabei ist gerade unser Geist während des Arbeitstags oft am stärksten belastet. Er denkt, entscheidet, löst Probleme, reagiert auf neue Informationen und springt zwischen einzelnen Aufgaben hin und her. Deshalb stellt sich die Frage, ob man während der Arbeitszeit ein Recht auf einen kurzen Moment hat, der den Kopf beruhigen hilft.

Haben Beschäftigte während der Arbeitszeit ein Recht auf einen Moment Ruhe?

Wenn Sie im tschechischen Arbeitsgesetzbuch nach einem Kapitel zur Meditation suchen, werden Sie keines finden. Das Gesetz spricht jedoch sehr klar vom Gesundheitsschutz der Beschäftigten und von der Pflicht des Arbeitgebers, sichere Arbeitsbedingungen zu schaffen. Dabei wissen wir heute, dass Gesundheit nicht nur aus körperlicher Fitness besteht. Dazu gehören auch psychisches Wohlbefinden und die Fähigkeit, langfristige Belastung zu bewältigen.

Das bedeutet natürlich nicht, dass sich jemand während der Schicht jederzeit eine halbe Stunde Pause nehmen kann. Eine kurze Meditationspause steht jedoch nicht im Widerspruch zur Arbeitsleistung, wenn sie den Betrieb und die Erfüllung der Arbeitspflichten nicht stört. Im Kern unterscheidet sie sich kaum von dem Moment, in dem man vom Computer aufsteht, den Rücken streckt oder sich ein Glas Wasser holt. Der Unterschied liegt nur darin, dass diesmal unser Geist die Chance bekommt, sich zu erholen.

 

Psychische Gesundheit ist Teil der Gesundheit

Noch vor wenigen Jahren wurde über psychisches Wohlbefinden am Arbeitsplatz eher am Rande gesprochen. Heute weisen Arbeitgeber und Fachinstitutionen darauf hin, dass dauerhafter Stress, Erschöpfung oder Burn-out ein erhebliches Risiko für Beschäftigte und Unternehmen darstellen. Diesen Problemen vorzubeugen ist immer einfacher, als ihre Folgen zu bewältigen.

Vielleicht kennen Sie jemanden, der als Erster am Arbeitsplatz ist, als Letzter geht und mit einem Lächeln behauptet, keine Zeit fürs Mittagessen zu haben. Auf den ersten Blick wirkt das wie die ideale Arbeitskraft. Nach Monaten oder Jahren kann sich jedoch zeigen, dass das hohe Tempo seinen Preis hatte. Leistungsfähigkeit ist nämlich kein Wettkampf, in dem gewinnt, wer am längsten ohne Pause durchhält. Langfristig trägt eher die Fähigkeit dazu bei, den Moment zu erkennen, in dem es nötig ist, kurz langsamer zu machen.

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Zwei Minuten, die den Rest des Tages verändern können

Meditation ist oft viel einfacher, als die meisten Menschen denken. Sie müssen nicht in einen stillen Raum gehen und auch keine halbe Stunde Freizeit suchen. Es reicht, sich bequem hinzusetzen, die Füße auf den Boden zu stellen und ein paar Augenblicke dem Atem zu folgen. Wenn Ihre Gedanken zum offenen Projekt oder zur Nachmittagsbesprechung abschweifen, holen Sie sie einfach zurück. Genau diese Rückkehr ist der Kern der ganzen Meditationspraxis.

Zwei Minuten ändern vielleicht weder den Arbeitsplan noch die Zahl der E-Mails im Posteingang. Sie können jedoch verändern, wie Sie über die nächste Aufgabe nachdenken. Viele Menschen beschreiben, dass sie sich nach einer kurzen Meditationspause besser konzentrieren, ruhiger kommunizieren und schneller entscheiden können. Das Gehirn braucht manchmal nicht mehr Zeit. Es braucht nur eine kurze Gelegenheit, durchzuatmen.

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Wenn sich die Unternehmenskultur ändert

Der Blick auf Erholung während der Arbeitszeit wandelt sich nach und nach. Früher galt es fast als Zeichen von Fleiß, sich damit zu brüsten, dass man nicht zum Mittagessen gegangen ist oder bis spätabends im Büro saß. Heute wird immer mehr Arbeitgebern bewusst, dass echte Leistung aus einem gesunden Gleichgewicht zwischen Konzentration und Regeneration entsteht.

Eine große Rolle spielen dabei Führungskräfte. Wenn sie selbst die Bedeutung kurzer Pausen respektieren und ein Umfeld schaffen, in dem die Sorge um die psychische Gesundheit nicht als Faulheit gilt, können sie die Zufriedenheit des ganzen Teams spürbar fördern. Dabei müssen sie keine Ruheräume bauen und keine teuren Programme kaufen. Oft reicht es, den Blick darauf zu ändern, was gut geleistete Arbeit bedeutet.

Fazit

Die Sorge um die eigene Psyche ist kein Zeichen von Schwäche und auch kein Mangel an Einsatz. Sie gehört zu einem gesunden Arbeitsleben. Das tschechische Arbeitsgesetzbuch erwähnt Meditation zwar nicht ausdrücklich, sein Ziel ist jedoch der Schutz der Gesundheit der Beschäftigten. Ein kurzes Innehalten während des Arbeitstags kann einer der einfachsten Wege sein, diesen Gedanken in den Alltag zu bringen.

Calmory empfiehlt

Versuchen Sie, sich am morgigen Arbeitstag zwei Minuten nur für sich zu nehmen. Sie brauchen keinen besonderen Ort und keine komplizierten Techniken. Es reicht, kurz langsamer zu machen und dem eigenen Atem Aufmerksamkeit zu schenken. Gerade aus solchen kleinen Momenten entstehen Gewohnheiten, die helfen, die Arbeitsbelastung mit mehr Ruhe zu bewältigen.

Probieren Sie kurze Meditationen aus, die in der Calmory-App eigens für den Arbeitstag gedacht sind.


 

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