Ich bin eine Frau, kein Roboter. Die Kraft weiblicher Zyklen als Weg zurück zu sich selbst

Wie oft hast du schon die Zähne zusammengebissen und bist zur Arbeit gegangen, obwohl du am liebsten unter die Decke gekrochen wärst? Wie oft hast du dich zur Leistung gezwungen, während Körper und Seele nach Stille riefen? Wir sind Frauen, funktionieren aber oft wie „Männer auf Vollgas“. Wir machen uns To-do-Listen, haken erledigte Punkte ab, fühlen uns schuldig, wenn wir es nicht schaffen. Dabei sind wir für einen anderen Rhythmus geboren.

i Tým autorů Calmory
Sexualität, Körper und Selbstwert
4 Min. Lesezeit 21.03.2025

Irgendwo haben wir uns von unserem weiblichen Wesen abgekoppelt. Wir haben aufgehört wahrzunehmen, dass wir zyklisch sind – nicht als Schwäche, sondern als enorme Kraft. Diese Kraft erschöpft uns heute aber eher, weil wir sie unterdrücken.

Es ist Zeit zuzugeben, dass wir in einer männlichen Welt der Leistung leben, die uns nicht gehört. Und dass die Rückkehr zu unserer eigenen Zyklizität vielleicht das ist, was uns endlich wieder „auflädt“.

Verlorene Weisheit – wo wir die Zyklen verloren haben

Unsere Urgroßmütter wussten, dass die Frauenwelt nicht bedeutet, ständig auf 100 Prozent zu laufen. Sie kannten die Zeiten, in denen hartes Arbeiten auf dem Feld oder bei der Ernte nötig war – und sie wussten auch, wann eine Zeit der Stille und Ruhe kam. Sie waren darin nicht allein. Sie rupften Federn, wuschen Wäsche am Fluss, saßen zusammen und redeten. Sie teilten Freuden und Sorgen, erzählten einander vom Körper, von Geburten, von Männern, vom Leben.

Mädchen wuchsen umgeben von einer Frauengemeinschaft auf. Sie hatten Frauen vor Augen, die ihnen zeigten, wie man im Einklang mit dem Rhythmus der Natur und des eigenen Körpers lebt.

Und das waren keine „Esoterik-Sprüche“, sondern einfach ein ganz normaler Teil des Lebens.

Jede Frau wusste, dass es Tage gibt, an denen sie eine Scheune bauen kann – und Tage, an denen sie nur am Ofen sitzen und schweigen möchte.


Wann ist der Frauenkreis verschwunden?

Doch irgendwo riss dieser „Kreis“. Mit der industriellen Revolution haben wir uns von der Natur abgekoppelt und stattdessen an die Stechuhren der Fabriken und an den Wecker angeschlossen. Die Frau hatte plötzlich keine Zeit mehr für ihren Körper, weil die Schicht in der Fabrik auf sie wartete – und danach die nächste „Schicht“ zu Hause. An die Stelle des Erzählens unter Frauen trat der Druck zu Leistung und Überleben.
Anstelle von Ritualen und dem Weitergeben von Wissen über den weiblichen Körper an die Töchter blieb nur ein „Du musst durchhalten“. Die weibliche Weisheit verschwand hinter den Fabriktoren – und mit ihr der natürliche Respekt vor der Zyklizität.

Gleichberechtigung, aber um den Preis der Anpassung

Dann kam der Feminismus und öffnete Frauen die Tür in eine Welt, die bis dahin ausschließlich männlich gewesen war. Plötzlich konnten wir studieren, Unternehmen gründen, frei sein. Nur haben wir uns zu dieser Freiheit auch die männlichen Regeln mitgenommen.

Wir begannen, linear zu funktionieren, ohne Schwankungen, in einem Tempo, das dem weiblichen Körper nicht natürlich ist. Heute leben wir in einem System, in dem erwartet wird, dass wir jeden Tag Vollgas geben – unabhängig davon, was uns unser Körper sagt.

Vielleicht fehlt uns heute nicht die Kraft. Vielleicht fehlt uns das Verlangsamen und das Hinhören auf das, was uns unsere Großmütter durch flüsterndes Blut und fallendes Laub zu sagen versuchen.

Und zum Schluss...

Vielleicht ergibt es für dich jetzt mehr Sinn, warum dich an manchen Tagen alles begeistert und du an anderen den Wunsch hast, das Telefon auszuschalten und unter die Decke zu kriechen. Und das ist in Ordnung. Vielleicht ist es Zeit, weniger streng mit dir zu sein und dich mit neuen Augen zu betrachten.
Denn jede von uns kann den Weg zurück wiederfinden. Nicht den Weg zu alten Pflichten, sondern zu ihrem eigenen Rhythmus. Zur weiblichen Weisheit, die sich nicht an Leistung messen lässt, sondern am Gefühl von Erfüllung und Ruhe.

Na also? Wirst du beim nächsten Mal hören, was dir dein Körper zuflüstert?

i Tým autorů Calmory

Ritual für die Rückkehr zu sich selbst: Stille und Verlangsamung

  • Suche dir einen ruhigen Ort, an dem dich niemand stört.
  • Zünde eine Kerze an oder bereite dir einen warmen Tee.
  • Schließe die Augen und lege die Hände aufs Herz oder auf den Unterbauch.
  • Atme langsam und nimm wahr, was innen geschieht – ohne Bewertung.
  • Sage dir innerlich: „Ich erlaube mir, langsamer zu werden und jetzt und hier zu sein.“
  • Wenn du spürst, dass der Atem ruhiger geworden ist, danke deinem Körper, dass er dich begleitet.

Affirmationen für jeden Tag

  •  „Es ist in Ordnung, langsamer zu werden.“
  • „Meine Ruhe ist die Grundlage meiner Kraft.“
  • „Ich erlaube mir, im Einklang mit meinem eigenen Rhythmus zu sein.“
  • „Ich bin eine Frau und ehre meine innere Zeit.“
  • „Die Kraft meiner Zyklen ist ein Geschenk, keine Schwäche.“
  • „Ich kehre zu meiner weiblichen Natur zurück.“
  • „Ich erlaube mir, langsamer zu werden und im Einklang mit mir selbst zu leben.“
  • „Ich lausche dem Rhythmus meines Körpers und meiner Seele.“

Klid se dá naučit.

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