Mein Körper kommt nicht aus einem Filter
Die Netzwerke sind voll von perfekten Körpern, aber die Realität sieht anders aus. Pickel, Dehnungsstreifen, stinkende Schuhe, Stimmungen, Komplexe. Wir alle kennen das, wir sprechen nur nicht viel darüber. Lies die Geschichte eines Mädchens, das lernt, ihren Körper zwischen Filtern und Likes anzunehmen.
Jeden Tag TikTok. Überall Mädchen wie vom Plakat. Perfekte Haare, ein Mund wie aus der Werbung, ein Bauch glatt wie ein Brett.
Ich stehe morgens auf, schaue in den Spiegel und habe Pickel, Augenringe und Haare, die schon am zweiten Tag fettig sind. Ich denke: „Ernsthaft? Das ist mein Körper?“
Ich habe angefangen, riesige Hoodies und XXXL-Hosen zu tragen. Alles verstecken. Damit mich niemand sieht. Mama sagt mir ständig, dass ich schön bin. Aber das ist Mama. Mama muss das.
Trotzdem weiß ich nicht, was mit mir los ist. Manchmal esse ich nichts, dann überesse ich mich, manchmal trainiere ich so, dass ich blaue Flecken habe. Ich weiß nicht warum. Ich weiß es einfach nicht.
Einmal habe ich auf dem Dachboden in einer Kiste alte Jeans von Mama gefunden. Die waren echt cool. Ich habe sie angezogen und bin zur Schule gegangen. Die Jungs haben geschaut, die Mädchen haben geschaut, zum ersten Mal habe ich gehört, dass ich einen schönen Hintern habe. Also… ernsthaft? Ich? Es war komisch, aber für einen Moment habe ich mich anders gefühlt.
Und zu Hause? Realität. Mein Bruder kommt aus der Schule, zieht die Schuhe aus, und der Gestank seiner Socken würde selbst einen Feind umbringen. Mama schreit ihm schon aus dem Wohnzimmer entgegen, er soll erst mal die Füße klären und dann kommen. Und ich kichere, weil das jeden Tag so ist. Jeder von uns hat irgendwas. Ich meine Pickel und Komplexe, mein Bruder seine stinkenden Füße. Wir sind einfach Originale.
Aber dann öffne ich wieder das Handy. TikTok. Insta. Filter. Retusche. Mädchen, die aussehen, als hätten sie nach dem Sport nie gestunken. Jungs, die aussehen, als hätten sie nie drei Baguettes auf einmal gegessen. Und ich? Immer noch ich. Pickel, Haare, Stimmungen. Manchmal habe ich Lust, alles zu verstecken, zu verschwinden, mich zu verändern.
Ein Wort an dich von Calmory
Vielleicht erkennst du dich wieder. Vielleicht fühlst du dich auch schlecht in deinem eigenen Körper. Vielleicht bestrafst du dich mit Diäten, mit Überessen, mit Verstecken. Vielleicht denkst du über Selbstverletzung nach.
Du bist damit nicht allein. Dein Körper verändert sich. Er ist genauso verwirrt wie dein Kopf, aber er ist nicht kaputt.
Was helfen kann:
- Jemandem sagen, was du durchmachst (einer Freundin, einem Erwachsenen, einem Therapeuten).
- Das Handy wenigstens für einen Moment weglegen und etwas tun, das dir Spaß macht. Laufen, tanzen, lachen.
- Sich daran erinnern, dass auch Pickel, Dehnungsstreifen, der Geruch verschwitzter Füße und Augenringe zum Leben gehören.
Wenn du das Gefühl hast, dir wehtun zu wollen, oder es schon tust, bist du nicht seltsam. Du brauchst Hilfe, kein Urteil.
Du kannst dich an die Linka bezpečí wenden (116 111, kostenlos, nonstop) oder an die Modrá linka (608 902 410). Es ist anonym, und niemand wird dich verurteilen.
Schnelle Calmory-Techniken, die du gleich ausprobieren kannst:
- 3 Atemzüge durch die Nase und lange Ausatmungen durch den Mund – du verlangsamst den Puls, der Körper versteht, dass du in Sicherheit bist.
- Trink ein Glas Wasser – Wasser beruhigt Magen und Kopf.
- Leg die Hand auf die Brust und sag dir leise „Ich bin da“ – eine einfache Erdung.
- Schließ die Augen und hör Musik – nur einen Song, den du magst.
- Kurze Visualisierung: Stell dir vor, dein Atem sei eine Welle, die die Anspannung fortträgt.